Vollhartmetallwerkzeuge — kurz VHM — gehören zu den teuersten Präzisionswerkzeugen in der spanenden Fertigung. Ein VHM-Schaftfräser kostet je nach Durchmesser und Hersteller zwischen 30 und mehreren hundert Euro. Wenn Schneidkanten stumpf werden oder erste Ausbrüche entstehen, muss das aber kein Grund für einen sofortigen Neukauf sein.

Fachgerechtes Nachschleifen kann die Standzeit eines VHM-Werkzeugs vollständig wiederherstellen — sofern der Grundkörper unbeschädigt und das Werkzeug für eine weitere Schleifbearbeitung geeignet ist. WeWo Werkzeuginstandsetzung e.K. aus Overath bei Köln bietet professionelles Nachschleifen von VHM-Werkzeugen als Dienstleistung an — für Betriebe in NRW und ganz Deutschland.

Was sind VHM-Werkzeuge?

VHM steht für Vollhartmetall. Im Unterschied zu Werkzeugen mit aufgelöteten oder geklemmten Hartmetallschneiden besteht der gesamte Schneidenteil des Werkzeugs aus einem einzigen Stück Hartmetall — einem Sinterwerkstoff aus Wolframkarbid und einem Bindemetall, meist Kobalt.

Die Eigenschaften von VHM im Überblick:

Typische VHM-Werkzeuge in der Zerspanung:

Wann macht Nachschleifen bei VHM-Werkzeugen Sinn?

Nicht jedes verschlissene VHM-Werkzeug eignet sich für das Nachschleifen. Als allgemeine Orientierung gilt:

Nachschleifen ist in der Regel sinnvoll, wenn:

Nachschleifen ist in der Regel nicht sinnvoll, wenn:

Wichtig: Die Entscheidung, ob ein VHM-Werkzeug nachschleifbar ist, erfordert eine fachkundige Einzelbegutachtung. WeWo begutachtet Ihre Werkzeuge vor der Bearbeitung und teilt Ihnen ehrlich mit, ob Nachschleifen empfehlenswert ist.

Das Schleifverfahren — wie VHM nachgeschliffen wird

VHM-Werkzeuge werden aufgrund ihrer hohen Härte mit Spezialschleifscheiben bearbeitet. Für Vollhartmetall kommen ausschließlich folgende Schleifmittel zum Einsatz:

CBN (Kubisches Bornitrid) — für bestimmte Stahl- und Gusseisenanwendungen bei Sonderwerkzeugen.

Diamant-Schleifscheiben — Standard für Vollhartmetall. Synthetischer Diamant ist das einzige Schleifmittel, das die Härte von Hartmetall übertreffen kann und daher für Vollhartmetall-Nachschliff unverzichtbar ist.

Das Werkzeug wird in einer CNC-Werkzeugschleifmaschine eingespannt und vollständig rundum geschliffen — Freifläche, Spanfläche und Schneidkante werden neu aufbereitet. Bei Bohrern wird zusätzlich die Querschneide nachgeschliffen.

Wichtig: Nachschleifen ist kein einfaches „Anschärfen“ der Kante. Ein fachgerecht nachgeschliffenes VHM-Werkzeug erhält eine vollständig neue Schneidkante mit korrekten Freiwinkeln, Spanwinkeln und Anschliffgeometrien — entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Anwendung.

Welche VHM-Werkzeuge wir nachschleifen

VHM-Schaftfräser

Zwei-, drei- und vierschneidige Schaftfräser für Stahl, Aluminium und andere Werkstoffe. Wir schleifen Freiflächen, Spanflächen und Stirnschneiden neu auf.

VHM-Bohrer und VHM-Spiralbohrer

Vollhartmetallbohrer für die allgemeine Zerspanung, kurze und lange Ausführungen. Nachschliff von Freifläche, Querschneide und Spiralrille auf Anfrage.

VHM-Stufenbohrer

Mehrere Stufen in einem Werkzeug erfordern besondere Sorgfalt beim Nachschliff. Wir stellen die Stufengeometrie präzise wieder her.

VHM-Reibahlen

Reibahlen erfordern engste Toleranzen. Wir schleifen auf Anfrage — bitte kontaktieren Sie uns vorab zur Machbarkeitsprüfung, da der Durchmesser nach dem Schleifen variieren kann.

VHM-Gewindefräser

Nachschliff von VHM-Gewindefräsern auf Anfrage und nach fachkundiger Begutachtung.

Hinweis: Ob ein spezifisches Werkzeug für das Nachschleifen geeignet ist, prüfen wir vor der Bearbeitung. Bitte senden Sie uns Ihr Werkzeug zur kostenlosen Begutachtung ein oder beschreiben Sie es uns kurz vorab.

Vorteile des Nachschleifens gegenüber Neukauf

Kostenvorteil: Das Nachschleifen kostet in der Regel deutlich weniger als ein vergleichbares Neuteil — besonders bei hochwertigen Markenwerkzeugen.

Ressourcenschonung: Hartmetall ist ein endlicher Rohstoff (Wolfram). Das Nachschleifen verlängert den Nutzungszyklus eines Werkzeugs und reduziert den Ressourcenverbrauch.

Verfügbarkeit: Lieferzeiten für Neuteilbestellungen können je nach Hersteller und Werkzeugspezifikation mehrere Wochen betragen. Nachschleifen bei WeWo ist in der Regel deutlich schneller.

Planbarkeit: Durch regelmäßiges Nachschleifen nach definierten Standzeiten können Betriebe Werkzeugwechsel und Instandhaltung besser planen.

Hinweis: Jeder Schleifvorgang reduziert den Werkzeugdurchmesser geringfügig. Die maximale Anzahl sinnvoller Nachschleifvorgänge hängt vom Werkzeugtyp, dem Ausgangsdurchmesser und den Toleranzanforderungen der jeweiligen Anwendung ab.

Unser Service — Ablauf und Lieferzeit

  1. Anfrage: Kontaktieren Sie uns per Telefon, E-Mail oder WhatsApp. Beschreiben Sie Art, Durchmesser und Zustand der Werkzeuge — ein Foto hilft bei der Vorabeinschätzung.
  2. Abholung oder Einsendung: Kostenloser Abholservice im Raum Köln, Leverkusen und NRW — innerhalb von 24 Stunden. Einsendung per Paketdienst aus ganz Deutschland möglich.
  3. Begutachtung: Jedes Werkzeug wird einzeln geprüft. Sie erhalten vorab einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.
  4. Nachschleifen: Fachgerechter Nachschliff an unserem Standort in Overath mit Präzisions-CNC-Schleiftechnik.
  5. Qualitätskontrolle: Vermessung nach dem Schleifen. Messprotokoll auf Wunsch beiliegend.
  6. Rücklieferung: Innerhalb von 10 Arbeitstagen nach Auftragsfreigabe — oder schneller bei Einzelstücken.

VHM-Werkzeuge nachschleifen lassen

Wir begutachten Ihre Werkzeuge kostenlos und erstellen einen unverbindlichen Kostenvoranschlag. Einfach anrufen, per E-Mail oder WhatsApp schreiben.

Häufige Fragen

VHM nachschleifen — Ihre Fragen, unsere Antworten

VHM (Vollhartmetall) besteht aus einem Sinterwerkstoff auf Wolframkarbidbasis — extrem hart, aber spröder als Stahl. Für das Schleifen werden ausschließlich Diamantschleifscheiben eingesetzt, da nur synthetischer Diamant die Härte von Hartmetall übertreffen kann. HSS (Hochleistungsschnellstahl) ist ein hochlegierter Werkzeugstahl — zäher als VHM, aber weniger hart. HSS wird mit Korund- oder CBN-Scheiben geschliffen. Beide Werkstoffe erfordern unterschiedliche Schleifmaschinen, Scheiben und Parameter — ein wesentlicher Grund, warum Nachschleifen Fachkenntnis voraussetzt.

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht — das hängt vom Werkzeugtyp, dem Ausgangsdurchmesser und den Toleranzanforderungen der jeweiligen Anwendung ab. Jeder Schleifvorgang reduziert den Durchmesser geringfügig. Bei Werkzeugen mit engen Durchmessertoleranzen (z. B. Reibahlen) kann das nach wenigen Schleifvorgängen zur Grenze werden. Bei Schaftfräsern mit größerem Toleranzfeld sind oft mehrere Nachschleifvorgänge möglich. Wir begutachten Ihr Werkzeug und geben Ihnen eine praxisnahe Einschätzung.

Beim Nachschleifen wird die Beschichtung im Schleifbereich entfernt. Das ist beim Nachschleifen grundsätzlich unvermeidbar — die neue Schneidkante liegt nach dem Schleifen blank. Falls eine Beschichtung (z. B. TiAlN, TiN) für Ihre Anwendung erforderlich ist, empfehlen wir, das Werkzeug nach dem Schleifen durch einen spezialisierten Beschichter nachbeschichten zu lassen. WeWo bietet das Nachbeschichten selbst nicht an — wir weisen Sie gerne auf entsprechende Möglichkeiten hin.

Wir schleifen VHM-Schaftfräser, VHM-Bohrer, VHM-Spiralbohrer, VHM-Stufenbohrer und VHM-Gewindefräser nach — auf Anfrage auch VHM-Reibahlen (bitte vorab kontaktieren, da Durchmesservorgaben zu klären sind). Grundvoraussetzung ist immer ein unbeschädigter Grundkörper ohne Risse oder thermische Schäden. Wir begutachten jedes Werkzeug vor der Bearbeitung und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung zur Machbarkeit.

Die Standardlieferzeit beträgt 10 Arbeitstage nach Auftragsfreigabe. Bei Einzelstücken oft schneller — bitte ansprechen. Die Kosten hängen von Werkzeugtyp, Durchmesser und Schleifaufwand ab. Wir erstellen Ihnen vorab einen kostenlosen, unverbindlichen Kostenvoranschlag — damit Sie selbst entscheiden können, ob Nachschleifen für Ihren Fall wirtschaftlich sinnvoll ist.

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